📝 Richtung Festland – Gelber Alarm
📸 Tachostand bei Abfahrt von Agia Marina
Heute war es also soweit.
Der letzte Tag auf Kreta.
Irgendwie kommt dieser Moment deutlich zu früh.
Gefühlt bin ich gerade erst von der Fähre gerollt und habe die ersten Kurven Richtung Lassithi-Hochebene unter die Räder genommen.
Und plötzlich steht bereits die Rückfahrt an.
🌙 Die Nacht war früh vorbei
Einen Wecker hätte ich heute eigentlich gar nicht gebraucht.
Bereits gegen halb vier Uhr morgens war ich wach.
Von da an begann das übliche Spiel:
Von einer Seite auf die andere drehen.
Nochmal die Augen schließen.
Auf die Uhr schauen.
Feststellen, dass kaum Zeit vergangen ist.
Wieder versuchen einzuschlafen.
Irgendwann hat es tatsächlich funktioniert.
Natürlich genau rechtzeitig, damit der Wecker seine Existenzberechtigung unter Beweis stellen konnte.
⚡ Stromausfall zum Frühstück
Im Zimmer hatte es mittlerweile deutlich über 26 Grad.
Also wurde die Klimaanlage aktiviert.
Gleichzeitig stand noch ein kleiner Rest Reiseproviant bereit:
Fünf Briefchen Nescafé.
Fast zwei Liter Mineralwasser.
Und ein Wasserkocher.
Die perfekte Grundlage für einen gelungenen Morgen.
Während die Kaffeemaschine für Arme ihren Dienst verrichtete, begann die morgendliche Kultivierung.
Und mitten beim Zähneputzen war es plötzlich finster.
Ein lautes Knack.
Dann Stille.
Keine Klimaanlage.
Kein Licht.
Keine Steckdosen.
Offenbar war die Kombination aus Wasserkocher, Kühlschrank und Klimaanlage etwas zu ambitioniert für die Sicherung.
Zum Glück war das Wasser bereits heiß.
Der Kaffee gesichert.
Und warmes Duschwasser gab es ebenfalls noch.
Die kleinen Fenster ließen ausreichend Licht herein und so fand die gesamte Morgenroutine heute im romantischen Halbdunkel statt.
Zum Kofferpacken braucht man ohnehin kaum noch Licht.
Nach fast drei Wochen auf Tour läuft das mittlerweile fast automatisch.
🏍️ Aufbruch Richtung Osten
Irgendwann war Black Beauty wieder reisefertig beladen.
Und damit hieß es Abschied nehmen.
Von Westkreta.
Von den traumhaften Straßen.
Von den Stränden.
Und von den Preisen für Strandbier, die mittlerweile bei stolzen sechs Euro angekommen sind.
Die Reise führte heute zurück Richtung Osten.
Ziel:
Heraklion.
Und am Abend die Fähre zurück aufs Festland.
Vorher wollte ich allerdings noch einen kurzen Zwischenstopp in Chania einlegen.
Ein letzter Kaffee am venezianischen Hafen.
Ein paar Mitbringsel besorgen.
Noch einmal etwas Urlaubsatmosphäre aufsaugen.
Die Postkarten waren bereits am Sonntag geschrieben und abgeschickt worden.
Nun bleibt abzuwarten, ob sie vor oder nach mir zuhause ankommen.
🚨 Gelber Alarm
Zurück am Motorrad.
Startknopf gedrückt.
Und plötzlich:
Gelber Alarm.
Black Beauty hatte etwas zu melden.
Das Motorrad teilte mir freundlich, aber bestimmt mit:
Motorölstand zu niedrig.
Nach mittlerweile über 3.700 Kilometern auf dieser Reise und insgesamt mehr als 5.500 Kilometern seit dem letzten Ölwechsel war das nicht völlig überraschend.
Eigentlich hatte ich sogar geplant, einen Liter Motoröl mitzunehmen.
Aus Platzgründen blieb die Flasche jedoch zuhause.
Rückblickend betrachtet hätte ich vermutlich eher die Hälfte meines sonstigen Gepäcks daheim lassen können.
🔍 Die Suche nach dem schwarzen Gold
Kaum losgefahren, entdeckte ich einen Honda-Händler.
Also drei Ehrenrunden im Kreisverkehr gedreht und anschließend kurzerhand die Einfahrt blockiert.
Mit Händen.
Füßen.
Und einer Mischung aus Englisch, Deutsch und Verzweiflung.
Das Ergebnis:
Motoröl gab es reichlich.
Nur leider nichts, was eine BMW freiwillig trinken würde.
Die Dame am Empfang war allerdings ausgesprochen hilfsbereit und zeigte mir auf Google Maps den nächsten BMW-Händler.
Dummerweise in der falschen Richtung.
Also wieder zurück.
🔧 BMW Kreta
Was mir dabei auffiel:
Während in Österreich Auto- und Motorradhandel oft strikt getrennt sind, scheint man das auf Kreta pragmatischer zu sehen.
BMW ist BMW.
Egal ob zwei oder vier Räder.
Beim Händler angekommen sah ich mehr BMW-Motorräder als während der gesamten bisherigen Griechenlandreise.
Nach einer kurzen Erklärung meiner Situation wurde mir sofort geholfen.
Keine fünf Minuten später hielt ich einen Liter des begehrten schwarzen Goldes in der Hand.
Preis:
Knapp unter 21 Euro.
Also praktisch auf österreichischem Niveau.
Da kann man wirklich nicht meckern.
800 Milliliter später stand der Ölstand wieder auf Maximum.
Black Beauty war zufrieden.
Und ich ebenfalls.
☕ Zwischenstopp in Rethymnon
Der nächste Halt erfolgte in Rethymnon.
Vor drei Jahren war ich bereits hier.
Und wenn mich nicht alles täuscht, saß ich sogar wieder im selben Lokal.
Was sofort auffällt:
Es wird gebaut.
Überall.
Viele Hotels.
Viele Restaurants.
Viele Geschäfte.
Offensichtlich bereitet man sich intensiv auf die Hauptsaison vor.
Sprachlich verändert sich das Publikum ebenfalls.
Während im Süden überwiegend Englisch zu hören war, begegneten mir hier wieder auffallend viele Franzosen.
Dazwischen immer wieder Italienisch.
Preislich bewegt sich die Region mittlerweile ungefähr auf österreichischem Niveau.
Zumindest an den touristischen Hotspots.
🍳 Das vermisste Frühstück
Da ich die letzten Nächte ohne Frühstück gebucht hatte, meldete sich irgendwann der Hunger.
Normalerweise esse ich zuhause selten Frühstück.
Oft auch kein Mittagessen.
Im Urlaub scheint sich der Körper jedoch schnell an gewisse Gewohnheiten zu gewöhnen.
Und so landete schließlich ein Omelett mit Truthahn auf meinem Tisch.
Die dazu servierten Pommes und das Schwarzbrot gingen allerdings wieder zurück.
Trotzdem:
Eine ordentliche Portion.
Preis:
6,50 Euro.
Völlig in Ordnung.
⚓ Hafen Heraklion
Je näher Heraklion kam, desto deutlicher wurde:
Der Urlaub nähert sich seinem Ende.
Normalerweise beginnt das Boarding gegen 18 Uhr.
Die Fähre legt um 21 Uhr ab.
Natürlich war ich viel zu früh da.
Bereits um 16 Uhr stand ich am Hafen.
Und wurde prompt wieder hinauskomplimentiert.
Anders als in Piräus gibt es rund um den Hafen erstaunlich wenig Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.
Also begann die Suche.
🛒 Die Wartezeit
Gefunden habe ich schließlich einen Supermarkt.
Und zwar keinen kleinen.
Eher die Kategorie „griechischer Eurospar“.
Die erste Beute:
- Cola Zero
- Sushi
Beides wanderte auf einem schattigen Parkplatz direkt in den Magen.
Anschließend wurde noch flüssiger Reiseproviant für die Überfahrt eingekauft.
Man will schließlich vorbereitet sein.
🚢 Déjà-vu
Punkt 17:55 ignorierte ich die Security, die mich zuvor bereits hinausgeworfen hatte.
Diesmal erfolgreich.
Das große Warten begann.
Um 18:45 durfte ich schließlich an Bord.
Und dann musste ich lachen.
Denn mein Motorrad stand praktisch am exakt selben Platz wie bei der Überfahrt nach Kreta.
Zufälle gibt es.
🍺 Feierabend
Mittlerweile sitze ich in meiner Kabine.
Leider wieder eine Innenkabine.
Ich war eigentlich überzeugt gewesen, zumindest für eine Fahrtrichtung eine Außenkabine gebucht zu haben.
Offenbar war mir da ein Lapsus passiert.
Jetzt gibt es erst einmal ein Bier.
Den Blogeintrag.
Und etwas Entspannung.
Morgen wartet leider die schnellstmögliche Etappe der gesamten Reise – Mein Fehler Wie eigentlich immer.
Eine Folge meiner bereits mehrfach erwähnten planerischen Meisterleistung.
Aber darüber berichte ich morgen.
🎥 Relive-Video der heutigen Etappe
Von Westkreta über Chania und Rethymnon bis zum Hafen von Heraklion und zurück aufs Festland.
Bis morgen.
🏍️⚓🇬🇷
Doc-T on Tour