Der letzte Sonnenuntergang (in Griechenland)

Heute ist es leider soweit.

Der letzte Tag auf griechischem Boden.

Irgendwie fühlt es sich falsch an. Vor nicht einmal drei Wochen bin ich voller Vorfreude Richtung Süden aufgebrochen, und plötzlich sitze ich hier in Igoumenitsa und schreibe bereits die letzten Zeilen dieser Reise.

Doch bevor es soweit ist, musste ich erst einmal von der Fähre herunter.


⚓ Fähren sind eigentlich ganz nett…

…wenn da nicht dieses lästige An- und Ablegen wäre.

Der Wecker hat mich heute wieder eiskalt erwischt. Eigentlich war ich noch mitten im Schlaf, als bereits die Lautsprecher durchs Schiff dröhnten und das Anlegen angekündigt wurde.

Also schnell unter die Dusche.

Alles wieder in die Koffer stopfen.

Motorradkleidung zusammensuchen.

Und feststellen, dass meine Sonnenbrille offenbar beschlossen hat, auf Kreta zu bleiben.

Die gesamte Kabine wurde durchsucht.

Mehrmals.

Ergebnis:

Keine Sonnenbrille.

Vermutlich befindet sie sich jetzt irgendwo zwischen Heraklion und Piräus.


☕ Die Nacht auf dem Boden

Am Weg zum ersten Kaffee fiel mir wieder auf, wie viele Menschen die Nacht außerhalb ihrer Kabinen verbracht hatten.

Nicht ein oder zwei.

Nicht zehn.

Sondern gefühlt überall.

Auf Sofas.

Auf Bänken.

Auf dem Boden.

In Ecken.

Unter Treppen.

Die Kabinenpreise sind mittlerweile durchaus sportlich geworden. Andererseits verstehe ich nach dieser Nacht auch jeden, der sich trotzdem eine gönnt.

Die günstigeren Sitzplätze mögen ihren Zweck erfüllen.

Aber eine Dusche, ein Bett und ein eigenes WC haben schon ihren Reiz.

Auch wenn mir ein Fernseher in der Kabine erneut verwehrt blieb.


😳 Willkommen zurück in Piräus

Kaum hatte die Fähre ihren Bauch geöffnet und die Fahrzeuge ausgespuckt, begann sie wieder:

Die Magie von Athen.

Oder besser gesagt:

Das Verkehrschaos von Athen.

Innerhalb weniger Minuten stieg mein Puls auf geschätzte 150.

Der Blutdruck vermutlich auf 250.

Auf offiziell drei Fahrspuren fahren sechs Fahrzeuge nebeneinander.

Und das Bemerkenswerte:

Es funktioniert.

Niemand hupt.

Niemand rastet aus.

Die Zweiradfahrer schlängeln sich durch jede Lücke.

Und ich spare laut Navi sogar rund 30 Minuten Fahrzeit.

Wobei ich vermutlich der konservativste Motorradfahrer in diesem gesamten Affenzirkus bin.


🌉 Der Kanal von Korinth

Danach wurde es ruhiger.

Sehr viel ruhiger.

Bis zum Kanal von Korinth.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dort diesmal ein wirklich schönes Foto zu machen.

Schließlich kommt man nicht jeden Tag vorbei.

Leider wurde daraus ein klassischer Fall von:

Ein Satz mit X – das war wohl nix.

Mehrfach versucht.

Mehrfach umgedreht.

Mehrfach gesucht.

Aber kein Standort wollte so richtig passen.

Also gibt es diesmal nur ein Archivfoto.


🏍️ Die Peloponnes

Danach führte die Route am Nordrand der Peloponnes entlang.

Diese Halbinsel durfte ich bereits vor zwei Jahren bereisen.

Und auch diesmal wurde mir wieder klar:

Die Peloponnes ist eine eigene Reise wert.

Nicht als Zwischenstopp.

Nicht als Durchreise.

Sondern als eigenständiges Ziel.

Zwei Wochen inklusive An- und Abreise per Fähre?

Steht mittlerweile ganz weit oben auf meiner To-do-Liste.


🚀 Zügige Heimreise

Heute stand weniger das Entdecken als vielmehr das Vorankommen im Vordergrund.

Das Etappenziel hieß:

Igoumenitsa.

Und so soll es vorgekommen sein, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit stellenweise minimal überschritten wurde.

Natürlich nur dort, wo es absolut sicher war.

Und selbstverständlich ausschließlich hypothetisch.


🏨 Hotel Oscar

Am Nachmittag erreichte ich schließlich mein heutiges Quartier:

Hotel Oscar

Direkt neben dem Hafen.

Die Lage könnte für einen Fährreisenden kaum besser sein.

Das Hotel selbst ist schlicht.

Funktionell.

Nicht luxuriös.

Aber ausgesprochen sauber.

Und die Gastgeber gehören zu den freundlichsten Menschen, denen ich auf dieser Reise begegnet bin.

Für rund 55 Euro pro Nacht rangiert die Unterkunft für mich locker unter den Top 4 der gesamten Tour.


🎫 Das Ticket-Chaos

Nach dem Ausladen wollte ich noch schnell den Online-Check-in erledigen.

Zumindest war das der Plan.

Das Ergebnis war dasselbe wie bereits mehrere Male zuvor:

Fehlermeldung.

Also machte ich mich auf den Weg zum Hafen.

Restaurant im Hotel?

Geschlossen wegen Renovierung.

Dafür bekam ich den entscheidenden Tipp:

Terminal T1 – Central Port Authority.

Also zu Fuß los.

Fahren wollte ich heute ohnehin nicht mehr.

Sobald ich auch nur einen Schluck Bier getrunken habe, bleibt das Motorrad stehen.

Ohne Diskussion.


🤦 Das große Weiterleiten

Angekommen begann eine kleine Hafenrundfahrt zu Fuß.

Terminal Nummer 1.

Gebucht hatte ich bereits im Februar bei ANEK Lines.

Die Tickets gab es aber bei Superfast.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Besonders amüsant wurde es, als eine Mitarbeiterin plötzlich auf perfektem Deutsch übernahm.

Sinngemäß erklärte sie mir:

„Was auf der Homepage steht, ist Blödsinn. Online Check-in gibt es bei internationalen Verbindungen nicht.“

Na wunderbar.

Gemeinsam mit einer Kollegin wurde dann alles geklärt.

Diesmal auf Englisch.

Und wenige Minuten später hielt ich endlich meine Boardingkarten in der Hand.

Inklusive des wichtigen Anhängers:

Venedig.


🍺 Feierabend

Nach einer dringend benötigten Dusche sitze ich nun in einem Lokal in Hafennähe.

Der Blog ist fast fertig.

Das erste Bier steht vor mir.

Und gleich werde ich mir noch ein paar gegrillte Calamari gönnen.

Morgen geht es dann auf die letzte große Fährüberfahrt dieser Reise.

Ich werde zwar wieder ein Internetpaket buchen, aber nachdem das bereits auf der letzten Überfahrt kläglich versagt hat, verspreche ich lieber nichts.

Wenn also nicht morgen, dann lesen wir uns in den nächsten Tagen zum Abschluss dieser Frühjahrstour.


❤️ Danke fürs Mitreisen

Diese Reise endet.

Der Blog nicht.

Auch in Zukunft wird es weitere Beiträge geben.

Vielleicht keine dreiwöchigen Abenteuer bis nach Kreta.

Aber sicher die eine oder andere Tages- und Wochenendtour.

Wenn euch die Reise gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn ihr einen Kommentar hinterlasst.

Dann werdet ihr auch künftig direkt informiert, wenn es neue Beiträge gibt.

Vielleicht sieht man sich ja bei der nächsten Tour wieder.


🎥 Relive-Video der heutigen Etappe


Bis bald.

🏍️🇬🇷🌅

Doc-T on Tour

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