Auf der Fähre nach Venedig

Mittlerweile habe ich es tatsächlich auf die Fähre nach Venedig geschafft.

Zwar mit rund einer Stunde Verspätung, aber immerhin.

Nach den letzten Tagen voller Kurven, Küstenstraßen, Fähren, Hotels und spontaner Planänderungen fühlt sich dieser Abschnitt der Reise irgendwie anders an. Nicht mehr wie Abenteuer, sondern bereits wie Heimreise.

Und das merkt man.


⚓ Warten, Warten und noch mehr Warten

Der Tag begann eigentlich recht entspannt.

Die Tickets hatte ich bereits am Vortag organisiert, das Motorrad war gepackt und die Unterkunft lag praktisch direkt neben dem Hafen.

Trotzdem zog sich das Boarding wieder wie Kaugummi.

Wer regelmäßig Fähren nutzt, kennt das vermutlich:

Irgendwann steht man einfach nur herum und wartet.

Und wartet.

Und wartet noch etwas länger.

Bis sich schließlich doch etwas bewegt.

Am Ende rollte ich zwar auf die Fähre, allerdings mit ungefähr einer Stunde Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan.

Nicht dramatisch.

Aber schön langsam merkt man, dass man lieber fahren als warten möchte.


🚢 Superfast V – Ernüchterung auf See

Nach den bisherigen Fährfahrten hatte ich gewisse Erwartungen.

Vielleicht waren sie zu hoch.

Vielleicht hatte ich einfach nur Glück bei den bisherigen Schiffen.

Jedenfalls ist die Superfast V bislang eine ziemliche Enttäuschung.

Und zwar in nahezu jeder Hinsicht.

Mit Abstand die kleinste Fähre, auf der ich bisher unterwegs war.

Die öffentlichen Bereiche wirken deutlich enger.

Das Angebot an Bord ist überschaubar.

Und viele Bereiche befinden sich offensichtlich gerade im Umbau.

Geschäfte?

Geschlossen.

Einige Bereiche abgesperrt.

Andere wirken, als hätten die Handwerker gerade erst Feierabend gemacht.

Natürlich kann so etwas passieren.

Trotzdem hinterlässt es keinen besonders guten Eindruck.


🌐 Das Internet – ein teurer Witz

Besonders begeistert bin ich vom Internetangebot.

Oder genauer gesagt:

Von der Tatsache, dass es nicht funktioniert.

Für stolze 12 Euro wurde ein Internetpaket erworben.

Ein Preis, bei dem man eigentlich erwarten dürfte, zumindest gelegentlich online zu kommen.

Die Realität sieht anders aus.

Aktuell funktioniert mein normales Mobilfunknetz noch besser.

Allerdings nur deshalb, weil wir uns noch relativ nahe am Festland befinden.

Sobald wir weiter draußen sind, dürfte auch diese Verbindung Geschichte sein.

Falls dieser Blogeintrag also online geht, dann vermutlich nur mit etwas Glück.


🌧️ Kein Wetter für Sonnenanbeter

Das Wetter macht heute ebenfalls nicht gerade Werbung für eine Mittelmeerreise.

Nach dem Boarding fielen sogar einige Regentropfen.

Nicht viele.

Aber genug, um den Gedanken an einen entspannten Nachmittag auf dem Außendeck schnell wieder zu beenden.

Dazu weht ein unangenehmer Wind.

Die Sonne versteckt sich hartnäckig.

Und die erhoffte Nachbräunung vor der Heimkehr kann man wohl ebenfalls vergessen.

Es gibt schlimmere Probleme.

Aber schön ist anders.


🚪 Wenigstens die Kabine passt

Wo die Fähre immerhin punkten kann:

Die Kabine ist sauber.

Klein.

Aber sauber.

Für eine Nacht völlig ausreichend.

Dusche funktioniert.

Bett funktioniert.

Klimaanlage funktioniert.

Mehr braucht man für eine Überfahrt eigentlich nicht.

Auch wenn ich mittlerweile deutlich lieber auf dem Motorrad sitzen würde als auf einem Schiff.


🤔 Der Kopf fährt bereits nach Hause

Interessanterweise verändert sich die Stimmung einer Reise oft schon vor der tatsächlichen Heimkehr.

Obwohl ich noch hunderte Kilometer von zuhause entfernt bin, beschäftigt sich mein Kopf bereits mit Dingen wie:

  • Auspacken
  • Motorrad reinigen
  • Fotos sortieren
  • Blogbeiträge nachbearbeiten
  • Arbeit
  • Alltag

Man merkt einfach, dass die Reise langsam zu Ende geht.

Und gleichzeitig beginnt bereits die Planung der nächsten.


🏍️ Morgen

Morgen früh erreichen wir Venedig.

Von dort aus gibt es nur noch eine Mission:

Möglichst zügig nach Hause.

Keine Sehenswürdigkeiten mehr.

Keine Umwege.

Keine Küstenstraße.

Keine spontanen Hotelbuchungen.

Einfach heim.

Nach fast drei Wochen auf Tour freue ich mich mittlerweile tatsächlich auf das eigene Bett.

Auch wenn ich schon jetzt weiß, dass mir die Straße spätestens nach wenigen Tagen wieder fehlen wird.


Für heute war’s das.

Die Adria liegt vor dem Fenster.

Das Schiff schaukelt leicht.

Und ich werde jetzt versuchen, aus diesem Internetpaket doch noch irgendwie Nutzen zu ziehen.

Ob das gelingt?

Die Chancen stehen ungefähr so gut wie die Wetterprognose für morgen.

Wir lesen uns wieder, wenn ich zuhause angekommen bin.

Bis dann.

🏍️⚓🇮🇹

Doc-T on Tour

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