Endlich.
Nach vielen Ländern, unzähligen Kurven, einigen spontanen Planänderungen und einer Nacht auf See war es heute soweit:
Kreta.
Das eigentliche Ziel dieser Reise war erreicht.
Zumindest theoretisch.
Praktisch begann der Tag nämlich deutlich weniger spektakulär als er enden sollte.
🌙 Eine Nacht zum Vergessen
Die Nacht auf der Fähre war unerwartet schlecht.
Eigentlich war ich früh im Bett.
Es war noch nicht einmal 23:00 Uhr.
Beste Voraussetzungen also.
Dachte ich.
Die Matratze hatte allerdings andere Pläne.
Gefühlt war sie ungefähr so weich wie eine Gehwegplatte.
Das erste Mal munter wurde ich kurz nach Mitternacht.
Danach ging es nur noch bergab.
Ab etwa 03:00 Uhr war an Schlaf nicht mehr zu denken.
Von einer Seite auf die andere.
Von der anderen wieder zurück.
Und irgendwann akzeptiert man einfach die Realität.
Um halb sechs gab ich auf.
☕ Der erste Kaffee auf Kreta? Fast.
Also duschen.
Zusammenpacken.
Und hinauf aufs Deck.
Der Plan:
Erster Kaffee des Tages.
Mit Blick aufs Meer.
Klingt gut.
Kaum öffnete ich allerdings die Tür zum Außendeck, wurde ich schlagartig eines Besseren belehrt.
Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein eiskalter Wind fegte über das Schiff.
Nicht angenehm frisch.
Nicht belebend.
Einfach kalt.
Also Kehrtwende.
Motorradjacke anziehen.
Neuer Versuch.
Und erst dann konnte der erste Kaffee des Tages endlich konsumiert werden.
⚓ Heraklion voraus
Pünktlich lief die Fähre in
Heraklion
ein.
Sofort setzte die übliche Völkerwanderung ein.
Passagiere.
Koffer.
Rucksäcke.
Kinder.
Alle gleichzeitig Richtung Garagen.
Die Ausschilderung half dabei nur bedingt.
Es gab Wegweiser für:
Garage 3–4
und
Garage 5–6
Mein Motorrad stand natürlich in Garage 2.
Wo sonst.
Also begann eine kleine Schnitzeljagd durch das Innere der Fähre.
Irgendwann fand ich Black Beauty wieder.
Und kurz darauf öffnete sich das riesige Maul des Schiffes.
🏝️ Willkommen auf Kreta
Als mich die Fähre schließlich ausspuckte, begrüßte mich Kreta überraschend kühl.
Gerade einmal 20 Grad.
Auf der geplanten Route sollten es später sogar nur noch 16 Grad werden.
Kurz überlegte ich tatsächlich, die dickere Montur hervorzukramen.
Zum Glück blieb es bei der Überlegung.
Denn schon wenig später wurde es wieder angenehmer.
🏍️ Die erste Runde auf Kreta
Die heutige Route führte über:
Heraklion → Mochos → Lassithi-Hochebene → Psychro → Neapoli → Elounda → Agios Nikolaos
Und bereits die ersten Kilometer machten klar:
Die Anreise hatte sich gelohnt.
Die Straßen wurden kurviger.
Die Landschaft beeindruckender.
Und das Fahrgefühl erinnerte sofort daran, weshalb Kreta unter Motorradfahrern einen derart guten Ruf genießt.
⛰️ Die Auffahrt zur Lassithi-Hochebene
Über
Mochos
ging es hinauf Richtung
Lassithi Plateau
Und schon nach kurzer Zeit war klar:
Diese Straße gehört völlig zurecht zu den Motorradklassikern Kretas.
Kurve um Kurve.
Perfekter Rhythmus.
Wenig Verkehr.
Und immer wieder fantastische Ausblicke.
Teilweise musste ich mich regelrecht dazu zwingen, nicht alle paar Minuten für ein Foto anzuhalten.
🏛️ Die Zeus-Höhle
Einer der Höhepunkte des Tages war der Besuch der berühmten Zeus-Höhle bei
Psychro.
Die eigentliche Höhle heißt
Dikteon Cave
und gilt der Legende nach als Geburtsort des Göttervaters Zeus.
Ob das tatsächlich so war?
Wer weiß.
Beeindruckend ist der Ort jedenfalls allemal.

Schon der Weg dorthin lohnt sich.
Die Höhle liegt oberhalb der Lassithi-Hochebene und bietet fantastische Ausblicke auf die umliegenden Berge.
Im Inneren erwarten einen mächtige Felsformationen, Stalaktiten und eine Atmosphäre, die sofort erkennen lässt, weshalb sich um diesen Ort so viele Geschichten und Legenden ranken.
Einer jener Plätze, an denen man automatisch etwas langsamer wird und einen Moment innehält.
Ganz egal, ob man an die alten Mythen glaubt oder nicht.
🌊 Zurück ans Meer
Nach den Bergen ging es wieder Richtung Küste.
Über
Neapoli
weiter nach
Elounda
Die Küstenstraße präsentierte sich genau so, wie man sich Kreta vorstellt.
Blaues Meer.
Helle Felsen.
Warme Luft.
Und Straßen, die sich perfekt an die Küstenlinie schmiegen.
Spätestens hier war klar:
Ich bin angekommen.
Nicht nur geografisch.
Sondern auch mental.
🍺 Feierabend in Agios Nikolaos
Am Abend erreichte ich schließlich
Agios Nikolaos
Zeit für eine Dusche.
Zeit für ein Bier.
Und Zeit, die Eindrücke des Tages sacken zu lassen.
Nach all den Kilometern der letzten Tage fühlte sich Kreta sofort richtig an.
Und wenn der erste Tag bereits so beginnt, darf man auf die nächsten Wochen durchaus gespannt sein.
🎥 Relive-Video der heutigen Etappe
Von Heraklion über die Lassithi-Hochebene zur Zeus-Höhle und weiter entlang der Küste bis Agios Nikolaos.
Kreta ist erreicht.
Die Reise ist damit allerdings noch lange nicht vorbei.
Im Gegenteil.
Eigentlich beginnt sie gerade erst.
🏍️🌅🏝️