Etappe 4 – Ein Satz mit X … war wohl nix

Heute begann der Tag zehn Minuten vor dem Wecker.

Und tatsächlich:

Ausgeschlafen.

Was unterwegs offenbar deutlich leichter gelingt als zu Hause.

Noch präsent vom Vorabend ist die Erinnerung an die ausgezeichnete Wasserpfeife im Club direkt gegenüber meiner Unterkunft in Mostar.

Gute Musik.

Gute Getränke.

Und zu einem Preis, für den ich in Österreich wahrscheinlich nicht einmal den Tabak gekauft hätte.

Kurz gesagt:

Ein richtig guter Abend.

Die Wahrscheinlichkeit, dort wieder aufzutauchen?

200 %.


☕ Morgenroutine auf Bosnisch

Aus dem Bett.

Kurz orientieren.

Dann erstmal Kaffee.

Und zwar direkt am Zimmer.

Ja – für das Geld bekommt man hier tatsächlich zusätzlich Kühlschrank und Zubehör für den ersten Kaffee des Tages.

Ein wirklich nettes Detail.

Das einzige, was den Gesamteindruck etwas schmälert:

Kein Parkplatz.

Prinzipiell kann man direkt nebenan auf einem bewachten Parkplatz parken.

Offiziell für 30 konvertible Mark.

Inoffiziell…

…hat mich klassische Touristenlogik wieder einmal ein wenig mehr gekostet.

Darüber schweigen wir lieber.


🏍️ Gepäck-Tetris

Geduscht.

Zivilisiert.

Bereit für den neuen Tag.

Also Gepäck raus und wieder verstauen.

Interessanterweise jeden Morgen ein bisschen anders.

Die drei Koffer haben mittlerweile ihr eigenes System.

Und die Gepäckrolle?

Die scheint inzwischen perfekt optimiert.

Sie wird fast nur noch elegant abgebaut und wieder montiert.

Inhaltlich unangetastet.

Mehr Deko als Stauraum.

Aber sie schaut gut aus.


🍳 Frühstück – und dann kam die Idee

Das Frühstück war für den Preis wirklich stark.

Keine Auswahlkarte.

Aber ehrlich gesagt auch nicht nötig.

Da war alles:

  • Eier
  • Wurst
  • Gebäck
  • Fruchtsalat
  • Schinken
  • Käse
  • Honig

Mehr braucht man nicht.

Und genau dort passiert es.

Mir kommt eine Idee.

Und das ist meistens kein gutes Zeichen.

Denn meine spontanen Ideen haben eine gewisse Tendenz:

Sie gehen gerne nach hinten los.

Eigentlich war heute eine eher kurze Etappe geplant.

Richtung Herceg Novi.

Entspannt.

Nicht zu viel.

Doch beim Frühstück wird spontan alles umgeworfen.

Herceg Novi wird gestrichen.

Auch die Planung für den nächsten Tag gleich mit.

Neue Idee:

Heute über

Herceg Novi

weiter Richtung

Shkodër

und dann bis

Velipojë

Ganz ehrlich:

Bis heute früh hatte ich von Velipojë selbst auch noch nie gehört.

Und möglicherweise hat mir der Frühstückszucker tatsächlich ein wenig die Sinne vernebelt.

Denn das spontan gebuchte

Hotel Lakaj

…dazu später mehr.


🛣️ Erst unerquicklich – dann richtig gut

Abfahrt aus Mostar.

Und gleich zum Start noch ein kleiner Parkplatz-Downer.

Zu peinlich, um genauer darauf einzugehen.

Die Straße anfangs eher unerquicklich.

Aufgefräst.

Teilweise wirklich unangenehm.

Aber mit jedem Kilometer wird es besser.

Und irgendwann macht es dann tatsächlich wieder richtig Spaß.

Das Fahrgefühl passt.

Die Stimmung steigt.

Alles läuft.

Bis…


🌡️ Bosnien → Montenegro: heiß und sehr langsam

Grenzübergang.

Schon deutlich über 30 Grad.

Drei Autos vor mir.

Und trotzdem:

Fast eine Stunde Wartezeit.

In voller Montur.

Stehend.

In der Sonne.

Da wird Geduld plötzlich sehr praktisch.


🇲🇪 Montenegro: deutlich besser

Sobald Montenegro erreicht ist:

Straßen deutlich besser.

Kurven wieder schöner.

Und das Hochgefühl kommt zurück.

Bis in die wunderschöne

Bay of Kotor

Alles läuft.

Bis der Verkehr wieder dichter wird.

Dann eine kurze Fährenfahrt.

Und danach Richtung der berühmten

Kotor Serpentine


🧭 Danke BMW-Navi… glaube ich

Eigentlich sollte das der spektakuläre Teil des Tages werden.

Und spektakulär war es.

Nur anders als gedacht.

Denn das BMW-Navi lotst mich zum Beginn der Serpentinen über Straßen, die man freundlich mit „abenteuerlich“ beschreiben könnte.

Etwas ehrlicher wäre:

todessuchend.

Mit vielen Jahren Motorraderfahrung und ziemlich vielen Kilometern im Rücken:

Schweißperlen.

Und zwar nicht wegen der mittlerweile 32 Grad.

Die eigentlichen Serpentinen selbst?

Fast schon entspannt.


☕ Österreich trifft Montenegro

Oben angekommen:

Durstlevel kritisch.

Also kurzer Halt.

Und was steht dort?

Zehn Motorräder aus Österreich.

Mehrere sogar aus der Steiermark.

Teilweise aus dem eigenen Bezirk.

Die Herren lassen sich von der lokalen Gastronomie sichtbar verwöhnen.

Ich sehe mir die Preisliste an.

Und entscheide mich spontan für:

einen Espresso.

Und das Nutzungsrecht auf die Toilette.

Mehr war finanziell emotional nicht drin.


🇦🇱 Albanien und die Überraschung

Die Grenze nach Albanien:

Unaufgeregt.

Etwa zwanzig Minuten.

Dann Richtung Unterkunft.

Und dort die Überraschung.

Beim Buchen habe ich offenbar etwas sehr optimistisch gelesen.

Aus dem erwarteten Zimmer wurde:

  • mittig ein Doppelbett
  • links ein Einzelbett
  • rechts ein Einzelbett

Also maximal flexibel.

Englischkenntnisse vor Ort eher überschaubar.

Aber freundlich.

Sehr freundlich.


🌴 Velipojë – mit Potential

Die Gegend hat definitiv Potential.

Breiter Strand.

Viel Platz.

Spürbar touristisch angelegt.

Aber:

Die Saison hat offensichtlich noch nicht begonnen.

Gefühlt 80 % der Lokale und Geschäfte sind noch geschlossen.

Hier startet vieles erst im Juni.

Und noch eine Überraschung:

Neue Bankomatkassa gibt’s erst ab Juni.

Kartenzahlung also derzeit nicht möglich.

Auch das gehört offenbar dazu.


🔜 Morgen

Wie es morgen weitergeht?

Schauen wir.

Heute wird nichts mehr an der Route-Seite aktualisiert.

Und Bilder gibt es diesmal leider auch nur im Streckenvideo.

Ich hoffe, sie bald nachreichen zu können.

Jetzt erstmal ankommen.

Abkühlen.

Und dann schauen, wohin der nächste Kaffee – und die nächste spontane Idee – morgen führt.

🏍️

1 Kommentar zu „Etappe 4 – Ein Satz mit X … war wohl nix“

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