Oder anders gesagt:
Bei mir übersteht ein Plan inzwischen nicht einmal mehr das Frühstück.
Heute kam mal wieder alles anders als gedacht.
Wobei… eigentlich überrascht mich das schon gar nicht mehr.
Das exakte Planen habe ich ohnehin längst aufgegeben.
Mittlerweile halten nicht einmal mehr grobe Eckpunkte.
Und genau in diesem Moment sitze ich mit einem kühlen Getränk in der
Black Pearl Beach Club
in Ksamil.
Das Besondere daran?
Eigentlich nicht viel.
Außer der kleinen Tatsache, dass ich hier laut ursprünglichem Plan erst in zwei Tagen sitzen hätte sollen.
☕ Frühstück – und wieder alles umgeworfen
Nach den letzten Tagen war die Lage eigentlich klar.
Bosnien hat mich positiv überrascht.
Der Norden Albaniens – besonders wegen Unterkunft und noch fehlendem Saisonstart – eher weniger.
Also kam beim Frühstück der Gedanke:
Fahr dorthin, wo du schon einmal warst.
Wo du weißt, dass es passt.
Wo Leben ist.
Wo Preis und Leistung stimmen.
Und so wurde aus einer gemütlicheren Etappe plötzlich:
380 Kilometer
fast 7 Stunden im Sattel
Richtung Süden.
Richtung Ksamil.
🏍️ Erst zäh – dann richtig gut
Die Fahrt begann heute eher eintönig.
Schnellstraße.
Autobahn.
Geradeaus.
Bei angenehmen 27 °C fast schon frisch.
Das hielt allerdings nicht lange.
Mit steigender Temperatur stieg auch der Puls.
Und nach diversen Staus zeigte sich einmal mehr:
Mit dem Motorrad hat man klare Vorteile.
Wobei sich das manchmal relativiert.
Denn Black Beauty ist mit ihren Koffern alles andere als schmal.
Mit über einem Meter Breite zwischen Autos durchzufädeln verlangt schon Aufmerksamkeit.
Zum Glück sind die Albaner hier bemerkenswert entspannt.
Sobald sie einen im Rückspiegel sehen, wird Platz gemacht.
Ganz selbstverständlich.
Und so geht es langsam, aber stetig Richtung Süden.
Bis etwa Durrës eher zäh.
Dann beginnt das, worauf man wartet:
Kurven.
Viele Kurven.
Und plötzlich wird aus Strecke wieder Genuss.
⛰️ Highlight des Tages: der Llogara Pass
Ganz klar:
Llogara Pass
Vor zwei Jahren bin ich ihn bereits gefahren.
Damals allerdings aus der Gegenrichtung.
Und genau deshalb wirkt er diesmal komplett neu.
Fast wie zum ersten Mal.
Kurve um Kurve.
Weite Ausblicke.
Auf der einen Seite Berge.
Auf der anderen das tiefblaue Meer.
Und mit jeder Kehre denkt man sich wieder:
Genau wegen solcher Straßen sitzt man auf dem Motorrad.
Einfach großartig.
Und doch hat sich etwas verändert:
Wer sich die Kurverei sparen möchte – mit Auto oder Wohnwagen zum Beispiel – kann inzwischen einfach durch den neuen Tunnel fahren.
Vor zwei Jahren war dort noch Baustelle.
Heute ist alles fertig.
Für mich war trotzdem sofort klar:
Tunnel schön und gut –
aber wenn der Llogara Pass vor einem liegt, nimmt man natürlich die alte Straße. 🏍️
🛋️ GS = großes Sofa?
Nach fast sieben Stunden im Sattel wird mir endgültig klar, wofür „GS“ vermutlich wirklich steht:
Großes Sofa.
Oder alternativ:
Ganz Super.
Denn ehrlich:
Man steigt nach so einem Tag ab, als wäre fast nichts gewesen.
Ganz entspannt.
Kein schmerzendes Hinterteil.
Keine steifen Knochen.
Wenn ich da an meine alte DR 650 RSE denke…
Nach nicht einmal zwei Stunden war dort Schluss mit bequem.
Also:
Hut ab.
🏨 Ankunft in Ksamil
Dann endlich:
Ksamil
Und meine Unterkunft:
Hotel Renato
Mein erster Eindruck:
- wirklich sauber
- wirklich freundlich
- familiengeführt
- rund 200 Meter zum Strand
Und dann der Preis:
36 € inklusive Frühstück.
Ganz ehrlich:
Unspektakulär gut.
Genau das mag ich.
Und ich halte mir die Option offen, spontan noch einen zusätzlichen Tag dranzuhängen.
Einfach einen Relax-Tag.
Strand.
Meer.
Kein Kilometerzählen.
Zumal ich ohnehin immer noch vor meinem ursprünglichen Zeitplan liege.
🍺 Black Pearl & ein kleiner Fortschritt
Schnell abgeladen.
Geduscht.
Und dann zum Ankunftsbier in die
Black Pearl Beach Club
Genau richtig.
Und endlich gibt es auch technisch leichte Entwarnung:
Mein Provider hat es inzwischen geschafft, dass ich wieder halbwegs problemlos auf den Blog zugreifen kann.
Die schlechte Nachricht:
Bilder hochladen bleibt trotz sehr schneller Verbindung weiterhin eine Geduldsprobe.
Deshalb heute wieder die abgespeckte Version.
Wenn alles klappt – was bisher zugegeben eher selten exakt so passiert ist – fülle ich Blog und Galerie über Nacht weiter auf.
Und wenn nicht:
Dann eben morgen.
Wie immer unterwegs.
In diesem Sinne:
Bis morgen. 🏍️🌊
Sonnenbrand am Handgelenk habe ich bis heute noch nicht gesehen, echt blöde Geschichte… Die Hotellage schaut sehr schön aus, vielleicht gibt es eine Apotheke in der Nähe? Liebe Grüße!, Dana