Heute war wieder einmal einer jener Tage, die mich daran erinnern, warum ich überhaupt Motorrad fahre.
Nicht wegen der Hotels.
Nicht wegen der Sehenswürdigkeiten.
Nicht einmal wegen des eigentlichen Reiseziels.
Sondern wegen der Straße.
Aber beginnen wir am Anfang.
Heute in der Früh hat mich der Wecker aus einem überraschend tiefen Schlaf gerissen. Nach den letzten Tagen war das fast schon ungewöhnlich. Der erste Blick aus dem Fenster versprach jedenfalls einen perfekten Tag:
Blauer Himmel.
Strahlender Sonnenschein.
Keine einzige Wolke.
Als ich dann die Tür öffnete, wurde allerdings schnell klar, dass die Sonne heute Unterstützung von einem kräftigen Wind bekommen hatte. Eine steife Brise fegte durch die Anlage und machte bereits beim Frühstück auf sich aufmerksam. Ein unachtsam abgestelltes Glas beschloss spontan, den Tisch zu verlassen und bedankte sich beim Boden mit einer beeindruckenden Darbietung aus gefühlt tausend Scherben.
Der Tag hatte also durchaus temperamentvoll begonnen.
🏍️ Wie immer nicht vorbereitet
Natürlich hatte ich wieder einmal genau das nicht getan, was ich mir am Vorabend vorgenommen hatte:
Koffer packen.
Motorrad beladen.
Morgens stressfrei losfahren.
Stattdessen begann der Tag mit dem mittlerweile bewährten Ritual des Umpackens.
Erst in den Koffer.
Dann wieder raus.
Dann ins Topcase.
Dann doch wieder zurück.
Irgendwann war alles verstaut und Black Beauty reisefertig.
Heute ging es von der Südküste wieder nach Norden und anschließend weiter Richtung Westen.
🌄 Der Süden verabschiedet sich
Die ersten Kilometer erinnerten mich noch einmal daran, weshalb die Straßen im Süden Kretas zwar wunderschön, aber nicht unbedingt entspannend sind.
Enge Serpentinen.
Schlechter Asphalt.
Unübersichtliche Kurven.
Teilweise so eng, dass man eher an eine Bergziegenroute als an eine öffentliche Straße denkt.
Doch kaum waren diese Abschnitte überwunden, änderte sich das Bild schlagartig.
❤️ Endlich wieder Motorradfahren
Plötzlich wurde der Asphalt besser.
Deutlich besser.
Die Kurven wurden großzügiger.
Der Verkehr verschwand nahezu vollständig.
Und zum ersten Mal seit mehreren Tagen konnte ich wieder richtig fahren.
Nicht kämpfen.
Nicht arbeiten.
Nicht überlegen, ob hinter der nächsten Kehre eine Ziege, ein Felsbrocken oder ein Reisebus wartet.
Einfach fahren.
Schräglage.
Gas geben.
Aufrichten.
Nächste Kurve.
Und wieder von vorne.
Ich möchte keinen einzigen Tag dieser Reise missen.
Aber wenn ich ehrlich bin:
Heute hat das Motorradfahren selbst mehr Spaß gemacht als an jedem anderen Tag bisher auf Kreta.
Die Straße war heute das eigentliche Highlight.
Die Tagesziele waren beinahe nebensächlich.
🧭 Moderner als mein Navi
Besonders lustig wurde es, als sowohl mein BMW-Navi als auch Calimoto mehrfach kapitulierten.
Einige Straßen sind offenbar so neu, dass beide Systeme noch nichts von ihrer Existenz wissen.
Mehr als einmal zeigte mir die Karte, dass ich mich irgendwo im Nirgendwo befinden müsste.
In Wahrheit fuhr ich auf frisch asphaltierten Straßen durch die kretische Landschaft.
Besonders beeindruckend waren die letzten Kilometer auf der sogenannten „Old Road to Chania“.
Wenn mir jemand erzählt hätte, dass dieser Asphalt erst letzte Woche aufgebracht wurde, hätte ich es sofort geglaubt.
Perfekter Straßenbelag.
Perfekte Kurven.
Perfekter Fahrspaß.
🌊 Willkommen im Westen
Am Nachmittag erreichte ich schließlich mein Quartier für die nächsten zwei Nächte:
Stefanie Studios
Und der erste Eindruck?
Durchwegs positiv.
Die Zimmer wirken modern.
Alles ist ausgesprochen sauber.
Es gibt einen privaten Parkplatz.
Wobei ich mein Motorrad trotzdem lieber direkt vor der Einfahrt abgestellt habe.
Alte Gewohnheiten sterben bekanntlich langsam.
Für zwei Nächte werden hier 112 Euro fällig.
Ohne Frühstück.
Für die Region und die aktuelle Saison finde ich das absolut fair.
Zumal der Strand nur wenige Gehminuten entfernt liegt.
Und nicht irgendein Strand.
Hier zieht sich die Küste kilometerweit entlang des Meeres.
Perfekt für einen Abendspaziergang.
Oder ein Ankunftsbier.
🍺 Willkommen in der Hochsaison
Und genau beim Ankunftsbier wird deutlich, dass ich mittlerweile endgültig im touristischen Westen Kretas angekommen bin.
Während im Süden vieles noch erstaunlich günstig war, haben die Preise hier spürbar angezogen.
Ein Bier direkt am Strand?
6 Euro.
Vor wenigen Tagen hätte ich dafür beinahe zwei bekommen.
Auch bei Restaurants und Cafés merkt man deutlich, dass man sich nun in einer der beliebtesten Urlaubsregionen der Insel befindet.
Nicht übertrieben teuer.
Aber der Tourismusaufschlag ist unverkennbar angekommen.
Immerhin:
Die Aussicht gibt es kostenlos dazu.
Und die ist tatsächlich beeindruckend.
🏨 Neuer Platz zwei
Nach dem ersten Eindruck schaffen es die Stefanie Studios direkt auf Platz zwei meiner persönlichen Unterkunftswertung.
Aktuell liegt nur das Hotel Renato in Ksamil noch davor.
Die Kombination aus Lage, Sauberkeit und Preis passt hier einfach.
Mal sehen, ob sich dieser Eindruck in den nächsten beiden Tagen bestätigt.
🔜 Morgen
Morgen bleibt das Gepäck wieder im Zimmer.
Geplant ist eine Rundtour durch den Westen Kretas.
Dorthin, wo sich einige der berühmtesten Strände der Insel befinden.
Die Bilder kennt vermutlich jeder.
Die entscheidende Frage lautet aber:
Sehen sie in Wirklichkeit genauso spektakulär aus wie auf Instagram?
Morgen werde ich es herausfinden.
🎥 Relive-Video der heutigen Etappe
Von der ruhigen Südküste über traumhafte Motorradstraßen bis in den Westen Kretas.
Bis morgen.
🏍️🌊☀️
Doc-T on Tour